Freier Handel oder freie Meinung?

by nachtwaechter on 20. Oktober 2013

(Auch) in der Schweiz gibt es Politiker, die sich beklagen, wenn ihre Wähler sie mit einem Anliegen kontaktieren. So geschehen im Zusammenhang mit dem Freihandelsabkommen mit China. Die Mitglieder der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats wurden durch eine Mail-Aktion von Solidar Suisse zugespammt. Das Hilfswerk der SP und der Gewerkschaften kämpft gegen den freien Handel mit der Volksrepublik China. Genauso wie sie den freien Handel mit Rohstoffen bekämpfen. In bewährter linker Logik: wir wollen dem Rest der Welt unsere Werte aufzwingen, was kümmert es uns, wenn deswegen Arbeitsplätze und Wohlstand verloren gehen? Hauptsache unser Gewissen ist beruhigt.

Nicht weniger erbärmlich natürlich die sogenannten Volksvertreter, die wegen ein paar Mails gleich die Fassung verlieren. Des Nachtwächters Prognose: das Freihandelsabkommen mit China wird im Parlament bewilligt. Der Pragmatismus wird obsiegen, die Idee, dass die 8-Millionen-Schweiz dem 1350-Millionen-China irgendwelche Vorschriften bezüglich Demokratie und Menschenrechte machen kann, ist lächerlich.

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Milton Friedman über Mindestlöhne

by nachtwaechter on 17. Oktober 2013

Ein Beitrag aus dem Jahr 1979, im Zeitalter von 1:12 und Mindestlohninitiative aktueller denn je:
Milton Friedman über Mindestlöhne

Es ist falsch von Mindestlohngesetzgebung zu sprechen, in Tat und Wahrheit handelt es sich bei Mindestlöhnen um ein staatlich verordnetes Beschäftigungsverbot für wenig qualifizierte Arbeitnehmer, wenn es diesen nicht gelingt, einen Arbeitgeber davon zu überzeugen, sie zu einem Lohn anzustellen, der mindestens so hoch ist wie der Lohn, den Politiker für diese Arbeitnehmer als akzeptabel ansehen.

Erstaunlich ist, wieviele Arbeitnehmer immer noch glauben, dass SP-JUSO-UNIA und Co. ihre Interessen vertreten.

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Berner Sonntagsbeobachtungen

by nachtwaechter on 11. August 2013

Sonntagmorgen, 11.8.2013 in der Berner Altstadt, Münsterplattform: Die Anlage ist übersät mit Glasscherben, leeren Schnapsflaschen, halbleeren Denner-Cola Pet-Flaschen und sonstigen Hinterlassenschaften der nachhaltig feiernden Partyjugend in der Bundesstadt. Vom Donnerstag, 8.8.2013 bis Samstag, 10.8.2013 hat das Buskers, das Berner Strassenmusik-Festival, stattgefunden. Es hat auch die Münsterplattform heimgesucht. Die Stadtreinigung ist damit beschäftigt, die Glasscherben und die sonstigen Überreste der Nacht zu beseitigen, hier wird am Sonntag gearbeitet, your tax dollars at work, sozusagen.

Sonntagmorgen, 11.8.2013 in der Berner Altstadt, Münsterplatz: Die Aufbauten vom Festival sind schon weitgehend zurückgebaut, am Eingang zum Pissoir hängt noch eine Aufforderung der Festivalorganisatoren an die Eltern unter den Besuchern, ihre Kinder doch bitte grosszügig mit Geld zur Alimentierung der Hüte der Künstler auszustatten. „Buskers erhalten keine Gage. Bitte honorieren Sie die Darbietungen deshalb unbedingt mit Hutgeld. Die Künstler/innen sind darauf angewiesen, es ist ihr Lebensunterhalt“, heisst es etwa im (politisch absolut korrekten, siehe „Künstler/innen“) Programmheft. Das Festival gibt sich jede Mühe, auch nur den Hauch eines Anscheins von „Kommerz“ zu vermeiden. Gastronomie-Stände werden neuerdings mit einem Label als (bio-)politisch korrekt ausgezeichnet, wenn sie ausschliesslich lokale, biologische und damit nachhaltige (so wie der Müll auf der Plattform?) Produkte verkaufen. Sämtliche Gastrostände am Festival dürfen darüber hinaus nur Schweizer Fleisch- und Fischprodukte verkaufen. Mit dieser (ideologischen) Ausrichtung passt das Festival perfekt auf die politische Linie der links-grün regierten Stadt.

Sonntagmorgen, 11.8.2013 in der Berner Altstadt, Hotel Bellevue Palace: vor dem teuersten und/oder besten Hotel der Stadt laden gerade 3 Leute, die je einen Buskers Staff oder Künstler-Badge um den Hals gehängt haben, ihr Gepäck in einen bereit stehenden BMW. Das günstigste Einzelzimmer im Bellevue kostet um diese Jahreszeit etwa 320 Franken pro Nacht. Der Nachtwaechter denkt an die Künstler, die für ihren Lebensunterhalt auf das Hutgeld angewiesen sind. Und wie halten es die abreisenden Bellevue-Gäste (so sie denn Künstler und nicht Staff waren) wohl mit der Quellensteuer auf ihrem Hutgeld?

Sonntagmittag, 11.8.2013 in der Berner Altstadt, Waisenhausplatz: Das Swiss African Cultural Festival findet statt. Viele Stände, an denen Unmengen von offensichtlich gefälschten Produkten angeboten werden. Am Rand des Geländes ein kleiner Stand einer (staatlichen) Integrationsfachstelle. Auch hier wird gearbeitet, die Händler, abgesehen von einer allfälligen Standgebühr, vermutlich steuerfrei; die Integrationsfachleute mit Steuergeldern bezahlt.

Sonntagmittag, 11.8.2013 in der Berner Altstadt, Marktgasse/Kramgasse: die Tramlinien durch die Berner Hauptgeschäftsmeile sind nach wie vor ausser Betrieb, die Gassen werden schon den ganzen Sommer über saniert. Hier wird nicht gearbeitet (es ist ja schliesslich Sonntag). Die Geschäfte an den beiden Gassen beklagen fast durchweg Umsatzeinbussen im zweistelligen Prozentbereich. Im Gegensatz zu den Händlern auf dem Waisenhausplatz dürften die meisten Geschäfte ihre Steuern bezahlen.

Verkehrte Welt: die Stadt, deren Exponenten aus dem links-grünen Teil des politischen Spektrums bei jeder Gelegenheit über die bösen angeblichen Steuerhinterzieher herziehen, unterstützt und toleriert die Hinterziehung oder Nichtbezahlung von Quellensteuern und Mehrwertsteuern durch Künstler und Händler. Wenn zwei das Gleiche machen ist es eben nicht unbedingt das Gleiche…

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Rechnen mit Ecopop

Juni 5, 2013

Leserbriefe haben oft einen hohen Unterhaltungswert. In der Neuen Zürcher Zeitung vom 05.06.2013, auf Seite 22 findet sich wieder mal ein schönes Beispiel. Jörg Thalmann, gemäss Leserbriefunterschrift ein Mitglied von Ecopop, äussert sich zur Ecopop-Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» und zur Überbevölkerung im Allgemeinen: Die Schweiz ist übervölkert Die vom […]

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Herr Nause lenkt ab

Mai 28, 2013

Der politische Chef der Stadtberner Polizei, Reto Nause, will Facebook verklagen, um an die Namen hinter der Facebook-Gruppe „Tanz Dich Frei“ heranzukommen. Herr Nause lenkt ab. Von einem Problem, dass letztlich die Stadt Bern selbst verursacht hat. Die Krawalle vom letzten Samstag entstanden aus der unbewilligten „Tanz Dich Frei“ Demo. Die Stadt Bern hat mit […]

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